PORNOUNPLUGGED ist ein Trip ins Ungewisse, eine Abenteuerreise des Journalisten
Fabian Burstein, der hinter die menschlichen Kulissen einer faszinierenden Industrie
blickt. Von Budapest aus macht er sich auf den Weg nach Westen, um eine Welt zu
erkunden, die ihren weltweiten Siegeszug angetreten hat, aber dennoch tief in Österreich
verwurzelt ist. Immer mit dabei: Das dramaturgische Auge von Ramon Rigoni und
die sensible Kamera von Stefan Tauber.
Gemeinsam begegnen sie auf dieser Rundfahrt den Helden und Hauptdarstellern der
Geschichte: Mick Blue, Renee Pornero und Thomas Janisch sind Österreicher. Vor
allem sind sie aber Protagonisten der internationalen Porno-Industrie, die von Österreich
aus ihren erotischen Triumphzug in die XXX-Regale der weltweiten DVD-Verleihe
angetreten haben. Diese „Helden“ einer geächteten Branche sind für das Team die
Anknüpfungspunkte einer Tausende Kilometer langen Tour.
Drehs, Messen, Lebensräume, Preisverleihungen, Träume, Beziehungen, Enttäuschungen.
Budapest, Wien, Graz, Bad Ischl, Las Vegas, Los Angeles.
PORNOUNPLUGGED folgt den heimischen Porno-Stars dorthin, wo ihr Leben stattfindet,
von Ost nach West, vom abgelebten Post-Kommunismus-Charme ungarischer
Plattenbauten in den Glitzer und Glamour des San Fernando Valley.
Die Betrachtungsweise ist dabei niemals wertend und schon gar nicht moralisierend.
Interviewsequenzen mit Fabian Burstein wechseln sich mit unaufgeregten Impressionen
und Gesprächen rund um unsere Protagonisten ab. Als roter Faden fungiert ein „Reisebericht“,
von einem Off gesprochen und immer wieder zwischen den Szenen präsent.
Letztendlich lernt der Seher die Porno-Welt durch die Augen ihrer Helden kennen.
Nicht der Sex, sondern jene Menschen, die dank Sex vor der Kamera Geld verdienen,
sind die wahre Sensation des Films.
Es sind die Brüche, die den Film zu einem einzigartigen Dokument machen – und einen
weiteren, ganz anders positionierten, Protagonisten auf den Plan rufen:
Der berühmte „Porno-Jäger“ Martin Humer meldet sich bei
PORNOUNPLUGGED
ebenfalls zu Wort. Seine konterkarierenden Reflexionen ziehen sich als kurze Apercus
durch den gesamten Film…
Eine roadmovieartige Spielfim-Ästhetik, gepaart mit flashbackartigen Super 8-Elementen
lassen Realität und Fiktion immer wieder verschwimmen – und machen den
Film einzigartig.
Der Seher ist permanent hin- und hergerissen zwischen einer Welt, die auf dem ganzen
Globus präsent, jedoch in ihrer Grundstruktur nur einer kleinen Minderheit – nämlich
den Porno-Stars selbst – wirklich bekannt ist.
PORNOUNPLUGGED ist hier ein programmatischer Titel:
Unplugged, das heißt in der Musik „ohne Verstärker“, ohne ein Kabel, dessen Klinke in
Boxen oder Mischpulte gesteckt wird.
Auch bei dieser Doku wird, entgegen aller Vermutungen, nichts „hineingesteckt“ – der
Film duldet keine Interferenzen und funktioniert auch ohne den verzerrenden Verstärker
Sex. Vielmehr agieren die Menschen im Laufe der Handlung komplett „unplugged“
und speisen ihre ganze Faszination durch das bloße Wirken ihrer Charaktere und
Lebensumstände.